Krankenkassen beklagen große Finanzlücken

Erstmals seit 2015 schließen die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) dieses Jahr wieder mit einem großen Verlust ab. Die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, sagte, dass das Defizit für 2019 über eine Milliarde Euro betragen würde. Der Grund seien unter anderem teure Gesetzesvorhaben der Bundesregierung. Die meisten Krankenkassen werden Pfeiffer zufolge ihren Zusatzbeitrag 2020 noch nicht erhöhen müssen. Erst ein Jahr später, ab 2012, werde es wahrscheinlich zu höheren Beiträgen kommen, sagte sie.

 

Nach dem ersten Halbjahr 2019 betrug das Minus 544 Millionen Euro, nach den ersten neun Monaten waren es bereits 741 Millionen Euro. Dies ist  - auf das ganze Jahr gerechnet – wahrscheinlich der erste Verlust seit 2016. Im Jahr 2018 hatte der Einnahmeüberschuss der Kassen laut Bundesgesundheitsministerium noch zwei Milliarden Euro betragen.

 

Die Finanzrücklagen der Kassen lagen Ende September 2019 bei rund 20,6 Milliarden Euro – etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve. Minister Jens Spahn (CDU) nannte das Minus Anfang Dezember ein unechtes Minus, das durch Rücklagen-Abbau entstehe.

 

Pfeiffer nannte die Entwicklung „alarmierend“, weil auch die Rekordeinnahmen den Verlust nicht hätten verhindern können. Der Grund dafür seien steigende Ausgaben. Allein durch das Termin-Service-Gesetz und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz kämen auf die Krankenkassen im kommenden Jahr fünf Milliarden Euro an Mehrausgaben zu, meinte Pfeiffer.

NEU AKTUALISIERT

Die erste deutschsprachige App zu allen relevanten Schnell-Informationen und Kurzartikeln rund um das Thema Schmerz wurde vollständig aktualisiert und mit über 10 neuen Beiträgen ergänzt.

Hier gehts zum Download

korrespondierendes Mitglied

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© 2011-2020 | UVSD SchmerzLOS e.V. | Stand: 25.01.2020